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Vogelfluglinie

  • 12.5.1953 Heiligenhafener Post

    „Deutschland" in Dienst gestellt

    Jungfernfahrt mit Heuss, Seebohm und 300 geladenen Gästen

    Von unserem Korrespondenten

    Großenbrode. Eine der größten Eisen­bahnfähren Europas, die 4120 BRT große „Deutschland", hat am Sonnabend mit Bun­despräsident Heuss, Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm und 300 geladenen Gästen ihre Jung fernreise von Großenbrode nach Gjedser auf der dänischen Insel Falster gemacht.

    Bei leichtem Regen und böigem Wind warf das 114 Meter lange, 1000 Fahrgäste und zehn D-Zugwagen oder 110 Kraftwagen fassende Schiff kurz nach 13 Uhr die Trossen los, um die neue Gegenverkehrsverbindung herzu­stellen, die Bundespräsident Heuss als einen „wichtigen Beitrag zur Vertiefung der deutsch-dänischen Beziehungen und darüber hinaus zur Völkerverständigung" bezeichnete.

    In seiner kurzen, im Plauderton gehalte­nen Rede vor den Gästen würdigte Heuss die Wiederaufbauarbeiten der Deutschen Bun­desbahn. Er sagte, daß die moderne Tech­nik dazu beitragen müsse, Mißverständnisse zwischen den Völkern aus dem Wege zu räu­men und die Seelen im versöhnlichem Sinne zu beeinflussen. „Die Seeluft kennt keine Staatsgrenzen", meinte er lächelnd.

    Noch kürzer faßte sich Bundesverkehrsmi­nister Dr. Seebohm, als er von der festlich geschmückten Tafel aufstand und sagte: „Man hat mich gebeten, kurz zu Ihnen zu sprechen. Das will ich tun. Ich bitte Sie, mit mir das Glas zu erheben und zu trinken auf das ewige Deutschland." Nach Dr. Seebohm sprach der Generaldirektor der dänischen Staatsbahnen, Tarkelsen, und kündigte an, daß die Dänischen Staatsbahnen im nächsten Jahr eine Art „Schwesterschiff" zur „Deutsch­land" in Betrieb nehmen würden. Diese Fähre solle den Verkehr über den Großen Belt ent­lasten.

    Die Strecke Großenbrode—Gjedser wurde bisher von dem dänischen Fährschiff „Danmark„ allein befahren. Mit dem Ein­satz der „Deutschland" erhöht sich der Fähr­verkehr auf täglich drei Fahrten in jeder Richtung. Die bisher recht mangelhafte Bahn­verbindung zwischen dem Festland und Skandinavien wird dadurch erheblich ver­bessert.

  •  

    Die_Vogelfluglinie_der_schnelle_Verkehrsweg_von_und_nach_Skandinavien-Pressedienst_der_Bundesbahndirektion_Hamburg_10-1965

     

    Titel: Die Vogelfluglinie der schnelle Verkehrsweg von und nach Skandinavien

     

    Autor: diverse

    Erscheinungsjahr: 10/1965

    Herausgeber: Pressedienst der Bundesbahndirektion Hamburg

  • 28.12.1951 Heiligenhafener Post

    (Foto Anzeige: SYLVESTER in Großenbrode Kai)

    Einmalig für die Umgebung sind die dezenten, gemütlichen Räumlichkeiten der

    Bahnhofgaststätte und Strandhotel der Fähre Dänemark

    Festliche Stimmung bei guter Musik

    Anerkannt gute Küche

    Reichhaltige Wein- und Getränkekarte zu zivilen Preisen

    Gepflegte Hotelzimmer - Bettenpreis 4.50 DM

    Tischbestellungen rechtzeitig erbeten Telefon: Großenbrode 22

  • Auf dem Weg zur festen Beltquerung
    1.   April 1993 Die Trajektdienste wurden zum 1. April 1993 ausgegliedert und zur Deutschen Fährgesellschaft Ostsee mbH (DFO) vereinigt. Das neu entstandene Unternehmen baute seine Routen aus und will die Flotte modernisieren.
    1. Januar 1994 Aus der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn entsteht die DB AG
    1995 1995 wurde von der Dänischen Staatsbahn deren Fährreederei als DSB Rederi A/S ausgegliedert und 1997 in Scandlines A/S umbenannt.
    6. April 1997 Außerdienststellung FS "Theodor Heuss"
    6. Juni 1997 Indienststellung Doppelendfähre "Prins Richard"
    1. August 1997 Indienststellung Doppelendfähre "Schleswig-Holstein"
    30. September 1997 Außerdienststellung FS Deutschland (II)
    9. Oktober 1997 Indienststellung Doppelendfähre "Deutschland"
    1. November 1997
    Indienststellung Doppelendfähre "Prinsesesse Benedikte"
    31. Dezember 1997
    Außerdienststellung "Karl Carstens"
    21. Juli 1998 die DFO schliesst sich mit der dänischen Scandlines A/S zusammen, es entstand die Scandlines AG. Eigentümer   blieben weiterhin die Deutsche Bahn AG sowie das Königreich Dänemark, vertreten durch das Verkehrsministerium. Das Unternehmen expandierte in den darauf folgenden Jahren stark in die baltischen RoRo-Märkte, meist durch den Erwerb von Reedereien.
    1. Juni 1997 Inbetriebnahme der Eisenbahntunnel-Brückenverbindung über Fynen nach Seeland
    14. Juni 1998 Inbetriebnahme der Strassen-Brückenverbindung über Fynen nach Seeland
    1. Juli 2000 Inbetriebnahme der Brückenverbindung über den Öresund
    Ende 1995 Seit Ende 1995 werden auf der Seestrecke Gedser-Warnemünde keine Eisenbahnen mehr befördert. Die Zugverbindung Gedser-Nykøbing, ehemals 1903 die Schlüsselverbindungsstrecke nach Deutschland, wurde 2009 eingestellt und im dänischen Bahnhof Gedser sind seit 2011 nahezu alle Gleisanlagen demontiert   worden.
    2. Juni 1997 Einstellung des Güterverkehrs auf der Vogelfluglinie, der letzte planmässige Güterzug verlässt Puttgarden.
    3. September 2008 Vertrag zum Bau der Fehmarnbelt-Querung unterzeichnet
    20.   Dezember 2012 Bahn-Gutachter fordern Bau neuer Fehmarnsundbrücke. Die Fehmarnsundbrücke wird nach einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“ (Freitag) in einigen Jahren nicht mehr den steigenden Verkehrsbelastungen gewachsen sein. Wie aus einem noch unveröffentlichten Gutachten der Deutschen Bahn (DB) hervorgehe, werde mit Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels - geplant für das Jahr 2021 - die Belastbarkeit für den prognostizierten Verkehr auf der Strecke Hamburg-Kopenhagen nicht mehr ausreichen. Die Bahn empfehle den Bau einer neuen Querung am Sund. Das   bestehende Bauwerk weise nicht nur eine unzureichende Tragfähigkeit auf. Es   seien auch erhebliche Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte festgestellt worden, was das Ermüdungsverhalten der Stahlkonstruktion angeht. Von der geforderten Restnutzungsdauer bis 2050 sei nicht auszugehen, stellt die Bahn   in ihrem Gutachten nach Angaben des Blattes fest. Die Fehmarnsundbrücke mit einem Schienenstrang und zwei Fahrspuren wurde 1963 für den Verkehr freigegeben.
  • Aushang an allen Fenstern
    1978 Schneewände Wiesmueller 2
    Dieser Aushang wurde im Februar 1979 an allen Fenstern der Reisezugwagen auf der Vogelfluglinie angebracht.
    Foto: Slg. Benno Wiesmüller
  • 15.5.1953 Heiligenhafener Post

    Autobahn Lübeck - Großenbrode - Fehmarn in der Planung

    von Karl-Heinz Jonck, Ingenieur GfW.

    Wie wir soeben vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr erfahren, ist die seit langem projektierte Autobahn Lübeck - Großenbrode - Fehmarn in die Planung hineingenommen und mit der Dringlichkeitsstufe 2 deklariert worden. Ebenso die vom Kraftverkehr sehnlichst erwarteten Idealverbindungen nach Süden, die Autobahnen Hamburg - Kassel u. Bremen - Köln. Das ist bereits eine erfreuliche Feststellung, ist es doch so, daß von dem ursprünglich aufgestellten Gesamtnetz von 2125 km (in Betrieb) plus 5800 km (geplant) d.s. also 7925 km - in der heutigen Planung 3625 km gar nicht mehr enthalten sind ! Wasser in diesen Wein ist allerdings die Einschränkung, daß die Strecken der Dringlichkeitsstufen 1 und 2, zunächst nur einbahnig ausgebaut werden sollen.

    Man rechnet aber bereits dabei mit Kosten, die sich pro Kilometer auf rund 1,55 Mill. DM belaufen. Der Bau, der etwa 80 km langen Strecke Lübeck - Fehmarn, wird also fast 125 Millionen DM verschlingen ! Auch über die Bauweise der neuen Autobahn erfuhren wir erste Einzelheiten. Es hat sich gezeigt, daß sich an den Fugen der seit Jahren in Betrieb befindlichen Fahrbahnplatten in neuerer Zeit Stufen bildeten, mit denen man nicht gerechnet hatte. Die Fachleute sind der Meinung, daß dieses Uebel durch die größer gewordenen Fahrzeugzahlen, Achslasten und Geschwindigkeiten hervorgerufen wird. So hat sich gegenüber 1938 z.B. der Bestand an Kraftwagen verdreifacht ! Die Zahl der schweren LKW über 4 to Nutzlast ist seit 1938 sogar auf das Vierfache angewachsen ! Dadurch ist ein Moment aufgetreten, daß früher nicht beachtet wurde: Selbst in bergbaufreien Gebieten mit geologisch gutem, gewachsenen Untergrund verdichtet sich der Boden durch die Rüttelwirkung des Verkehrs hier und dort und sinkt etwas ab. Mit ihm natürlich die Betonfahrplatten. Bei den Neubauten will man darum den Boden vorher mit gewaltigen Rüttelmaschinen verdichten. Es

  • Titel BuchzurAusstellung 800px

    50 Jahre Vogelflugflinie


    DIN A4, 112 Seiten voller Informationen und Fotos zusammengestellt von
    zwei Arbeitskreisen,
    Druck und Vertrieb: Eggers-Verlag Heiligenhafen
    Limitierte Auflage - im Handel erhältlich für € 12,90

    Zum 50jährigen Jubiläum der Vogelfluglinie wurden von ehrenamtlich wirkenden
    Arbeitskreisen die Ausstellung
    und „Das Buch zur Ausstellung" realisiert.
    Das Buch bietet weitaus mehr als eine Zusammenfassung der Geschichte

    der Vogelfluglinie. Parallel zur Ausstellung informiert es über Planung und Bau
    der Sundbrücke und des Fährhafens.
    Es ist auf 112 Seiten lebendig illustriert
    mit Fotos, Grafiken, alten Zeitungsartikeln und teilweise unbekannten Aufnahmen

    aus Privatarchiven. In einem weiteren Kapitel kommen Zeitzeugen zu Wort.

    Erhältlich auch bei mir.

     

     

  • 17.7.1951 Heiligenhafener Post

    Das Tor zum Norden aufgestoßen

    Was  der Berichterstatter sonst noch sah (s. auch Bericht auf Seite 5)

    Klarblauer Himmel - sommerlich warm - Sonnenschein - Just das rechte Wetter für einen Tag, der nicht nur für unseren Kreis von ganz besonderer Bedeutung war, sondern darüber hinaus das Interesse der gesamten europäischen Welt erweckt haben mag: Eröffnung der neuen Schnellverbindung zwischen Westeuropa und Skandinavien, Einweihung der Eisenbahnfähre Großenbrode - Gjedser !

    Seit 11.30 Uhr gleitet ein Kraftwagen nach dem anderen durch unser Städtchen zur Sundchaussee. Ab Lütjenbrode winkt weißbemützte Polizei die Richtung ein. Die Anfahrtstraße über das Flugplatzgelände holt - Teile des einstigen Rollfeldes ausnutzend - weit aus. Überall wehende Fahnen. Die um die Anlegestellen vertäuten und verankerten Wasserfahrzeuge haben über die Toppen geflaggt. - Neben dem Landrat, leitenden Beamten und politischen Persönlichkeiten des Kreises, sind bereits Landesminister Andersen und andere Vertreter der Landesregierung sowie Vertreter der Bundesbahn anwesend. Sie beleben den neu geschaffenen Bahnhof "Großenbrode-Kai", als pünktlich um 12.15 Uhr der von einer girlandengeschmückten Lokomotive gezogene Sonderzug einläuft, der u.a. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm und den Generaldirektor der Bundesbahn, Dr. Helberg, mitbringt. Ein Sudetendeutsches Mädel überreicht dem Bundesminister einen Blumenstrauß. - Bald wird es 11 Uhr sein, der Zeitpunkt, zu dem das Fährschiff mit den  dänischen Gästen erwartet wird. So sammelt man sich an der Fährbrücke. Dicht an der Sperrkette, die von unserem Meister Metzger bedient wird, wartet Bundesminister Dr. Seebohm auf den historischen Augenblick und pünktlich wird auch das Erscheinen der "Danmark" vom Turm des Empfangsgebäudes durch Lautsprecher avisiert. Noch außerhalb der Hafeneinfahrt führt das schmucke Schiff ein Wendemanöver durch, um dann rückwärts einzulaufen. Während als Gruß seine tieftönende Sirene aufheult, antworten alle übrigen der im Hafen liegenden Schiffe. Beim Anlegen, das mit großer Präzision vor sich geht, ertönt aus den Lautsprechern der Marsch "Alte Kameraden". Gebannt sieht alles dem Schauspiel zu, so daß unser Meister Metzger erst durch eine nicht gerade sanfte Aufforderung des Bundesministers dazu veranlaßt werden muß, seines Amtes zu walten, wodurch der Weg zu den nun die Brücke betretenden Gästen freigegeben wird, denen man entgegengeht.

    Nachdem das gemeinsame Mittagessen eingenommen war, begaben sich die deutschen Gäste auf die neu überholte schmucke "Danmark", deren zweckmäßige Einrichtungen und hübsch ausgestatteten Salons auf sie nicht ohne Eindruck blieben, während die dänischen Gäste zunächst noch Gelegenheit nahmen, sich die Anlagen und Einrichtungen an Land anzusehen. Wohl die meisten Deutschen machten von der Möglichkeit Gebrauch, an Bord des Schiffes billig Schokolade und Zigaretten zu erstehen.

    Besonders interessant und reizvoll aber war es, mit den dänischen Teilnehmern ein wenig zu plaudern bei einem Glas Wermut und etwas Gebäck. Während der Unterhaltung eines Heiligenhafener Unternehmers mit Minister Larsen stellte sich heraus, daß dieser über die Lage und Größe unseres Städtchens sehr genau im Bilde war. Dabei stellte er in Aussicht, unser Bad einmal mit seiner Familie besuchen zu wollen.

    Foto: Fährschiff "Danmark" 

    Wasserverdrängung: 3972 tons, Geschwindigkeit 15,5 sm, Aufnahmefähigk.: 16 Eisenbahn-Güterwagen sowie 1000 Passagiere. Länge der Gleisanlagen an Deck: 157 m

  • Die Fährverbindung von Großenbrode-Kai nach Gedser (DK) 
     
    7 September 1949     Mit der   Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949
    erfolgte die Umbenennung mit Wirkung vom
    7. September 1949 in „Deutsche Bundesbahn“.
      1949   Dänisches   Komitee wendet sich an die IHK Hamburg,
    die Vogelfluglinie weiter zu planen.
    27 September 1949   Indienststellung   der Motorfähre "Schleswig-Holstein"
    (ehem. "Frauke") für   den Fährverkehr auf dem Fehmarnsund.
    Außerdienststellung der Fehmarnsund.
      1950   Die   Deutsche Bundesbahn beginnt den Kriegsentwurf neu zu überarbeiten.
    17 Februar 1950   (HP) Vogelfluglinie Lübeck-Fehmarn
    1 August 1950   (HP) Mit Schienen-Bus nach Heiligenhafen
    11 August 1950   (HP) Schienenbus in Betrieb
    11 November 1950   1.   Tagung aller deutsch/dänischen Komitees.
    31 Dezember 1950   Vertrag Linie   Großenbrode - Gedser (DK)
    31 Januar 1951   Abkommen zwischen der DB und der DSB über die Einrichtung
    einer Eisenbahn- Fährlinie   zwischen Großenbrode und Gedser.
    23 April 1951   Erster   Spatenstich für den Fährhafen Großenbrode
    8 Mai 1951   FS   Fehmarn befindet sich in der Werft zur Verlängerung (HP)
    15 Juli 1951   1. Eröffnung der 36 sm langen Fährlinie Großenbrode - Gedser (DK)
    mit der alten dänischen Dampffähre "Danmark"
    durch die Herren Seebohm und Lindberg.
      1951   Indienststellung   der Motorfähre "Dronning Ingrid".
    6 September 1951   Der Präsident der   Eisenbahndirektion Hamburg, Dr. Schelp,
    teilte mit, daß am 1. Oktober der   Güterverkehr auf der
    Linie Großenbrode–Gjedser aufgenommen werden soll.
    Bisher hätten etwa 3200 Kraftfahrzeuge die Route benutzt.
    Rund 12.000 Personen seien mit der "Danmark" gefahren,
    daß bisher als einziges Fährschiff die Verbindung in beiden
    Richtungen herstellt. Das im Bau   befindliche deutsche Fährschiff,
    das wahrscheinlich den Namen   "Deutschland" tragen wird,
    soll am 1. Mai 1953 in Dienst gestellt werden
    – bis dahin ist die Strecke Lübeck–Großenbrode soweit ausgebaut,
    daß sie von den Zügen im 100-Stunden-Kilometer-Tempo
    befahren werden kann.
    18 September 1951   Überführungsfahrt der Dampffähre "Fehmarn"
    nach Umbau auf Dieselmotoren und einer  
    Verlängerung von 41 m auf 53,50 m.
      3 November 1951   Die Bundesbahnstrecke Lübeck–Neustadt–Großenbrode
    soll für den Betrieb mit schnellsten D-Zügen bei
    einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Strunde
    ausgebaut werden. Dieses gab der stellvertretende
    Präsident der Bundesbahn, Dr. Gerthels, bei einem Besuch
    der Jnsel Fehmarn bekannt. Die Strecke kann im Hinblick
    auf den schlechten Zustand des Oberbaues nur mit einer
    Geschwindigkeit von 60   Kilometer befahren werden.
    Für den Bau der Gleisanlagen, der sich über mehrere Jahre
    erstrecken soll, stehen der Bundesbahn 12 Millionen Mark zur
    Verfügung.
    15 Dezember 1952   Fertigstellung der Verbindungskurve   bei Lütjenbrode
    21 Februar 1953   Taufe des   Fährschiffes "Deutschland" in Kiel
    9 Mai 1953   Überführung und Indienststellung der Bundesbahnfähre
    "Deutschland I" durch den   damaligen Bundespräsidenten
    Theodor Heussam 28. Mai 1953
    Sommer 1954   Ab   Großenbrode-Kai verkehren 8 D-Zug-Paare mit Direktverbindungen
    nach Kopenhagen, Stockholm,Hoek van Holland, Amsterdam, Oostende,
    Chur, Basel, Wien, Rom Rijeka, Ancona und Split.
    Es verkehren die Fähren   "Danmark", "Dronning Ingrid" und "Deutschland".
    18 Dezember 1954   Indienststellung   der DSB-Fähre "Kong Frederik IX"
    durch die damalige dänische   Prinzessin Ann-Marie.
    Sommerfahrplan   1956   Es   passieren täglich 50 Züge die Strecke Großenbrode-Kai - Lübeck.
    6 November 1956   Die Deutsche   Bundesbahn wird ab Sommer 1957 über
    vier "Trans-Europ-Expreßzüge"   verfügen.
    Wie auf der internationalen Fahrplankonferenz in Lissabon  
    beschlossen wurde, soll auch der "Helvetia-Expreß" (Hamburg–Zürich)  
    in einen "T.-E.-E.-Zug" umgewandelt werden. Er wird so   beschleunigt,
    daß er in Basel noch Anschluß nach Bern und Genf und an die  
    Nachtverbindung nach Mailand erhält. Die Bundesbahn wird dafür neue  
    Schnelltriebwagen einsetzen, die über 100 bis 120 Sitze (mit Platzkartenpflicht)  
    verfügen. Sie werden alle den gleichen Anstrich und das Symbol   "TEE" tragen.
    13 April 1957   Der   Vizepräsident der Bundesbahndirektion Hamburg teilte mit,
    daß die Bundesbahn   in diesem Jahr 11 Mio.Mark für die Verbesserung
    des Oberbaus der   schleswig-holsteinischen Strecken aufwenden will.
    Ein Mitglied des   Verwaltungsrates der Bundesbahn bezifferte die Kosten
    für den Bau der   „Vogelfluglinie“ auf rund 180 Millionen Mark –
    die Bauzeit werde rund fünf   Jahre betragen.
    Vor allem müßten eine Brücke über den Fehmarnsund gebaut und  
    der Hafen Puttgarden ausgebaut werden. Bisherige Pläne gehen davon aus,
    eine   mehrstöckige Brücke zu bauen. Die untere Bahn sei für den Zug-
    und die obere   für den Kraftwagenverkehr vorgesehen. 
    16 April 1957   (HP) Vogelfluglinie kostet 180 Millionen DM
      1957   Umbau   der "Schleswig-Holstein" auf größere Trajektkapazität.
    14 November 1957   Indienststellung   der DB-Fähre "Theodor Heuss" durch die Großnichte des damaligen   Bundespräsidenten.
    3 Dezember 1957   (HP) Theodor Heuß im planmäßigen Dienst
  • Die Zeit nach Gründung der Reichsbahn bis Gründung der Deutschen Bundesbahn
     
    1. 4.1920 Gründung Deutsche Reichsbahnen
    7. 11.1921 Durch einen Sturm strandet die Fehmarnsund auf Fehmarner Seite beim Gästehaus Albert.
    19.12.1921 • Über die trostlosen Verkehrsverhältnisse zwischen dem Festland und der Jnsel Fehmarn
    ist schon wiederholt berichtet worden. Jetzt ist vom preußischen Landtag auf Antrag
    der schleswig-holsteinischen Abgeordneten Milberg und Bayer die Überbrückung des
    Fehmarnsundes beschlossen worden.
    22.11.1922 • In einer Zuschrift des Ministers für Handel und Gewerbe heißt es, daß der Plan einer
    Überbrückung   des Fehmarnsundes unter den gegenwärtigen Verhältnissen zurückgestellt
    werden müsse, dagegen ersucht der Minister, ihm baldigst Vorschläge für die Verbesserung
    des Fährbetriebes zu machen.
    15.02.1924 Gründung Deutsche Reichsbahn Gesellschaft
    31.12.1924 • Eine Probefahrt mit dem neuen Triebwagen wurde auf Fehmarn von Burg nach Orth
    veranstaltet und nahm einen glänzenden Verlauf. Der Triebwagen entwickelt eine
    Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde. Er enthält 50 Sitzplätze dritter Klasse
    und eine Anzahl Stehplätze. 
    18.05.1925 Baubeginn der Bäderbahn von Bad Schwartau über Ratekau, Timmendorfer Strand,
    Scharbeutz bis Haffkrug durch die Deutsche Reichsbahn.
    9.11.1927 Überführungsfahrt der Dampffähre "Fehmarn"
    - Zur Trajektierung des neuen KOE Benzoltriebwagens "Therese".
    31.5.1928 Einweihung des letzten Teilstückes der Bäderbahn Bad Schwartau - Neustadt (Holst).
    1936-1937 Der Seefliegerhorst in Großenbrode entsteht, den Kiestransport übernimmt eine Feldbahn
    von Heiligenhafen über Lütjenbrode nach Großenbrode.
    Der Seefliegerhorst erhält einen Gleisanschluß.
    26.9.1937 Einweihung der Storströmbrücke zwischen Falster und Seeland (DK)
    15.5.1938 Letzter Fahrplan der KOE
    1939-1945
    Der zweite Weltkrieg
    1940 Erster Entwurf für Reichsautobahn und Reichsbahnstrecke
    mit gemeinsamer Hochbrücke über den Fehmarn Sund.
    31. 1.1941 Gesetzesvorlage im dänischen Reichstag über eine Eisenbahnfähre "Belt"
    mit dazugehöriger Verbindung Nyköbing - Falster - Rödbyhavn.
    8. 4.1941
    Deutsch-dänisches Abkommen zur Schaffung einer Fährverbindung
    Fehmarn - Rödby mit dem Ziel:   Inbetriebnahme 4 Jahre nach Baubeginn.
     1. 8.1941
    Übernahme der KOE durch die Reichsbahn. Betrieb und Verwaltung der KOE
    werden bereits mit Rückwirkung vom 1. Januar 1941 an zu Nutzen und Lasten
    des Deutschen Reiches geführt. Die Gefolgschaft der KOE wird am 1.8.1941
    mit der Verstaatlichung in den Dienst der Deutschen Reichsbahn
    mit allen Rechten und Pflichten übernommen.
    14. 9.1941 Erster Spatenstich bei Strukkamp, dann in Dänemark
    1941-1942 Zum Kiestransport für den Bau der RAB wird die Feldbahn
    ab Heiligenhafen bei Eichtthal verlegt.
    1943 Einstellung   der Bauarbeiten aufgrund der Kriegslage.
    Es sind folgende Bauwerke begonnen worden:
    Trockenlegung des Großenbroder Moores und erste Dammschüttungen für die RAB,
    Tunnel bei Strukkamp und eine Mole westlich von Puttgarden.
    1945 Wegfall der Linie Gedser - Warnemünde für den Westen.
    1945-1949 Verwaltung durch die Britische Besatzungszone,
    ab 1946 durch die "Hauptverwaltung der Eisenbahnen
    des amerikanischen und britischen Besatzungsgebiets". 
    Diese verlegte 1947 ihren Sitz nach Offenbach am Main
    und nannte sich in „Deutsche Reichsbahn im Vereinigten Wirtschaftsgebiet“ um.
  • 10.4.1952 Heiligenhafener Post

    ms. In den letzten Tagen sind aus dem Großenbroder Fährbecken der Seefähre Großenbrode - Gjedser von der Uferbefestigung Teile der Spundmauer herausgerissen und als Schrott verkauft. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, daß das Altmaterial bereits bis nach Eutin gegangen ist.

  • 7.9.1951 Heiligenhafener Post

    Fährschiff „Deutschland" wird 1953 eingesetzt

    Internationale Gespräche um die Fähre Großenbrode—Gjedser und den Besucherstrom nach Helsinki

    Großenbrode.Vertreter der Deutschen Bun­desbahn und der nordischen Staatsbahnen haben in Großenbrode (Kreis Oldenburg) die Möglichkeit besprochen, den Fährverkehr zwischen Großenbrode und Gjedser zu er­weitern. Die schwedischen Staatsbahnen wa­ren durch Ihren Generaldirektor Upmark, die dänischen Staatsbahnen durch Generaldirek­tor E. Terkelsen, die norwegischen Staats­bahnen durch Generaldirektor Stekke und Finnland durch Generaldirektor H. ross vertreten. Für die Deutsche Bundesbahn nahmen der Präsident der Eisenbahndirek­tion Hamburg, Dr. Schelp, und Abteilungs­präsident Dr. Herman an der Besprechung teil.

    Die Linie Großenbrode — Gjedser wird nach Ansicht von Präsident Dr. Schelp nur einen Teil des Gästestromes aufnehmen, der im kommenden Jahr zu den Olympischen Spie­len nach Helsinki fährt. Wenn es der Ver­kehr erfordern sollte, wollen die Dänischen Staatsbahnen auf dieser Route im Sommer 1952 noch das Fährschiff „Prins Christian"

    Die   vorgeschlagene   Fährverbindung   Gro ßenbrode—Trelleborg ist nach Auffassung des Generaldirektors der schwedischen Staatsbahnen zu weit und zu unwirtschaft­lich. Die Fahrzeit würde sich gegenüber der bisherigen Verbindung Saßnitz—Trelleborg von zweieinhalb auf etwa fünfeinhalb Stun­den erhöhen.

    Präsident Dr. Schelp teilte mit, daß am 1. Oktober der Güterverkehr auf der Linie Großenbrode — Gjedser aufgenommen wer­den soll. Bisher hätten etwa 3200 Kraftfahr­zeuge die Route benutzt. Rund 12 000 Per­sonen seien mit der „Danmark" gefahren, die bisher als einziges Fährschiff die Ver­bindung in beiden Richtungen herstellt. Am 1. Mai 1953 soll das in Bau befindliche deut­sche Fährschiff, das wahrscheinlich den Na­men „Deutschland" tragen wird, in Betrieb genommen werden und den Fährverkehr über Großenbrode weiter verstärken. Bis dahin ist nach den Äußerungen von Dr. Schelp auch die Strecke Lübeck—Großenbrode soweit ausgebaut, daß sie von den Zügen im 100-Stunden-Kilometer-Tempo befahren werden kann. Die Fahrzeit von Hamburg nach Stock­holm, die jetzt über Großenbrode etwa 24 Stunden beträgt, werde dadurch auf etwa 21 Stunden verkürzt.

  • 27.11.1951

    Fehmarn soll mit dem Festland verbunden werden

    Zwei Kilometer langer Damm geplant — „Vogelfluglinie" auf dem Reißbrett — Wissenschaftliche Vorarbeiten

    Burg auf Fehmarn.Das Projekt der „Vogelfluglinie", einer leistungsfähigen Auto­straße, die Dänemark auf dem kürzesten Wege über die Insel Laaland und Fehmarn mit Mitteleuropa verbinden soll, stand in Lübeck im Mittelpunkt deutsch-dänischer Be­sprechungen. Die Vogelfluglinie soll von Roedby auf Laaland über Puttgarden im Norden der Insel Fehmarn über Großenbrode und Lü­beck nach Hamburg führen und von dort als Autobahn bis nach Basel fortgesetzt werden.

    Diese internationale Durchgangsstraße erfordert zwischen dem Festland und. der Insel Fehmarn den Bau eines gewaltigen Dammes von etwa zwei Kilometer Länge und 25 Meter Kronenbreite, der Bahngeleise und die Auto­straße tragen soll. Die Kosten für dieses Bau­werk über den Fehmarnsund werden auf etwa 14 Millionen Mark geschätzt. Da man sich bei einem so kühnen Projekt auf keine Experimente einlassen kann, beauftragte das Land Schleswig-Holstein  die gewässerkundliche Untersuchungsanstalt beim Wasser- und Schiffahrtsamt   Ostsee  in   Heiligenhafen mit den wissenschaftlichen Vorarbeiten.

    Um die beste Stelle für den Dammbau zu finden, müssen unter anderem die Strömungsverhältnisse an der künftigen Baustelle unter­sucht und geographische und morphologische Forschungen an den Küstenrändern durchge­führt werden. Neue See- und Küstenkarten sind aufzustellen und ihre Eintragungen mit den im Jahre 1875 aufgestellten katasterli­chen Erhebungen zu vergleichen. Geologische und hydrographische Untersuchungen der ge­wässerkundlichen Forschungsanstalt sollen Aufschluß darüber geben, welche Einflüsse und Umstände an bestimmten Küstenab­schnitten im Laufe der Jahrzehnte zu Ab­brüchen und Anlandungen geführt haben.

    Die Wasserbehörden wollen wissen, welche möglichen Folgen der Bau eines Dammes durch den Fehmarnsund haben kann. Man befürchtet beispielsweise, daß die Deiche auf der Insel Fehmarn einem Steigen des Was­serspiegels nicht gewachsen sein könnten. Man will Unterlagen darüber haben, ob unter Umständen die Häfen Orth, Lernkenhafen, Heiligenhafen und Burgstaaken infolge des Dammbaues, versanden, oder  der Dammbau  ihre Versandung beschleunigen  könnte. Berücksichtigt werden muß auch die Möglich­keit, daß die anliegenden Buchten verschlicken.

    Der Bauplan sieht in der Mitte des Dam­mes eine große Schleuse, vor, Um für Schiffe eine Durchfahrtsmöglichkeit zuschaffen. Da beiderseits des Dammes durch den Wind ein verschieden hoher Wasserstand eintreten wird, müssen auch die Strömungsverhältnisse im Fehmarnsund genau ermittelt werden. Die Strömung schwankt augenblicklich zwischen zwei und acht Meter in der Sekunde. Von den genauen Berechnungen des Strömungsvorganges hängt es ab, welchem Druck die Schleuse gewachsen sein muß.

    Die Arbeit der gewässerkundlichen For­schungsanstalt in .Heiligenhafen wird sich über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Jah­ren erstrecken. Bis dahin müssen durch ge­naue Untersuchungen alle Naturkräfte auf See und in Küstennähe genau erfaßt und be­urteilt werden. Erst dann kann man mit dem Bau des Straßen- und Eisenbahndammes über den Fehmarnsund beginnen, der den jahr­zehntealten Plan der „Vogelfluglinie" Wirk­lichkeit werden lassen soll.

  • 18.1.1952 Heiligenhafener Post

    Fehmarn-Fähre und Vogelfluglinie

    Das 1927 im Fehmarnsundverkehr eingesetzte Fährschiff "Fehmarn" ist mit dem 16. Januar nach erfolgtem Umbau und einer längeren Erprobungszeit nunmehr voll in Dienst gestellt worden. Die "Fehmarn", die fast 25 Jahre lang ihren Dienst versah, ohne wesentliche Erneuerungen erfahren zu haben, wurde kürzlich, um dem erheblich angewachsenen Sundverkehr weiterhin Rechnung tragen zu können, auf eine Länge von 53.30 m und eine Breite von 8.23 m gebracht. Die Maschinenanlage von 2 je 250 / 450 PS leistenden Dieselmotoren verleiht dem Schiff eine Stundengeschwindigkeit von 10 sm (18,52 km). Zur Wiederherstellung der Manövrierfähigkeit, die durch den Umbau beeinträchtigt war, erhielt das Schiff einen 41 cm hohen Langkiel und 80 t festen Ballast. Im Gegensatz zu dem Fährschiff "Schleswig-Holstein" hat die Fehmarn nur einseitige Aufbauten und gestattet dadurch eine erheblich bessere Ausnutzung des Decks. Der Fahrgastraum des Schiffes wurde so komfortabel eingerichtet, daß er allen Ansprüchen der Reisenden gerecht wird.

    Bundesbahnpräsident Schelp erwähnte in seiner Ansprache am Mittwoch anläßlich einer Pressefahrt der "Fehmarn" daß durch die Modernisierung des Fährverkehrs und die Aufnahme der Linie Großenbrode - Gjedser das Projekt der Vogelfluglinie keinesfalls in den Hintergrund getreten sei sondern weiterhin vorangetrieben werde. Neben den Plänen, die sich mit einem Brücken- oder Dammbau nach Fehmarn beschäftigen, laufen Beratungen über den Bau eines Tunnels unter dem Fehmarn - Sund, dessen Herstellungskosten kaum höher liegen dürften als die eines Damm- oder Brückenbaues, dessen Unterhaltung jedoch wahrscheinlich billiger sei als die der Überwasserbauten. Der Präsident betonte jedoch, daß über den Tunnelbau bisher nur unverbindliche Besprechnungen stattgefunden hätten.

  • 5.1.1954 Heiligenhafener Post

    Flutkatastrophe an der Ostküste

    Kampf gegen Wassermassen / Polizei im Einsatz

    Von unseren Korrespondenten

    Kiel. Ein aus nordöstlicher Richtung überraschend, heranpeitschendeses Sturmtief hat an den Küsten Deutschlands, Dänemarks, Südostenglands, Belgiens und der Niederlande beträchtliche Schäden angerichtet und die betroffene Küstenbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Unter dem Druck von Schneeböen, die teilweise Spitzengeschwindig­keiten bis zu Windstärke zehn erreichten, wälzten sich die aufgewühlten Fluten der Ost­see in die offenen Buchten, überspülten die Uferstraßen und Kaianlagen, rissen kleinere Schiffe, Dalben und Anlegebrücken los und brachten den Hafenverkehr zum Erliegen.

    In Kiel stand das Wasser fast zwei Meter über normal. In Lübeck wurde das histori­sche Wahrzeichen der Stadt, das alte Holstentor, von der Flut umspült, und die Feu­erwehr mußte mit Schlauchbooten die Be­wohner der vom Wasser eingeschlossenen Häuser in der Hafengegend bergen. Der Bun­desgrenzschutz hat im Katastropheneinsatz ein vom Wasser bedrohtes Flüchtlingslager geräumt und die völlig überschwemmte Strandstraße bei Niendorf mit Sandsäcken abgedämmt. Auch in den bekannten Ostsee­bädern Travemünde, Scharbeutz, Grömitz, Kellenhusen und Dahme errichtete die Ein­wohnerschaft in fiebernder Eile Sandsack­wälle zum Schutz ihrer tiefgelegenen Häu­ser. Aus Laboe am Eingang der Kieler Bucht wurden erhebliche Schäden gemeldet. Die Fährverbindung Großenbrode — Gedser wurde eingestellt.

    Die mit unverminderter Heftigkeit au,s Nordosten heranfegenden eiskalten Winde er­schwerten die Bergungs- und Hilfsaktionen beträchtlich. Das gewaltige Ausmaß des Sach­schadens kann noch nicht übersehen werden.

    Im Gebiet der Sowjetzone sind die Fluten bis zu 1,80 Meter über den normalen Stand gestiegen und haben an verschiedenen Küsten kleinere Deichbrüche verursacht. An einzel­nen Stellen werden Rettungsaktionen mit Booten und Schlauchbooten durchgeführt, um die Bewohner von unter Wasser stehen­den oder eingeschlossenen Häusern zu bergen. Einige Gehöfte irn Küstengebiet und Ortschaftsteile auf der Insel Rügen, die durch die steigenden Fluten bedroht sind, wurden vorbeugend geräumt. Die Insel Hiddensee wurde teilweise von den Fluten überspült, ihre Bewohner sollen sich und ihr Vieh rechtzeitig gerettet haben.

  • 28.3.1952 Heiligenhafener Post / dpa

    Millioneninvestitionen für Großenbrode

    BundesbahnpräsidentDr.Schelp über die geplanten Verkehrsverbesserungen

    Oldenburg. Bisher hat die Bundesbahn für den Ausbau des Fährhafens Großenbrodeim Kreis Oldenburg 3,5 Millionen Mark ausgegeben.EineMillion davonkostete allein dieAusbaggerung des Hafens und der Fahrrinne. DieseMitteilungmachteder Präsident derEisenbahndirektion Hamburg, Dr. Schelp,amDonnerstag in Oldenburg.

    Nach Fertigstellung des 5000 Tonnen großen Fährschiffes „Deutschland" im nächsten Jahre will die Bundesbahn über die Strecke nach Großenbrode ein oder zwei Expreßzüge leiten. Gedacht ist an den Skandinavien-Italien-Expreß und an eine zweite Nachtverbindung von Hoek van Holland nach Kopenhagen. Als Vor­arbeit für die geplanten Verkehrsverbesserungen wird augenblicklich in Großenbrode mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen Mark ein zweites Fährbett für die „Deutschland" ausgebaut. Eine Million Mark sind notwendig, um auf der Strecke Lübeck—Großenbrode in diesem Jahr bei Lütjenbrode eine Spitzkehre in der Streckenführung au beseitigen. Zwei Millionen Mark müssen für die geplante Um­gehungsbahn bei Neustadt ausgegeben wer­den, die bis zum Herbst 1953 fertiggestellt sein wird. Für die Verbesserung des.Oberbaues und die Schaffung von Überholungsgleisen auf den Bahnhöfen der Strecke Neu­stadt — Großenbrode sind nochmals vier bis fünf Millionen Mark erforderlich.

    Dr. Schelp hielt diese hohen Investitionen nicht für verfehlt, weil sie auch für die „Vogelfluglinie" ihre Aufgabe erfüllen können. Die Schätzungen der Baukosten für die ,.Vogelfluglinie" schwanken nach der Darstellung von Dr. Schelp zwischen 100 und 120 Millionen Mark. 28 Millionen Mark würde - allein eine Brücke über den Fehmarnsund kosten, wobei es noch zweifelhaft ist, ob in absehbarer Zeit die für den Bau einer Brücke erforderlichen 8—10000 Tonnen Stahl überhaupt verfügbar sind. Der Vorschlag der Bundesbahn, die Dä­nen möchten zur Verkürzung der Fahrzeit um etwa eine Stunde an Stelle von Gjedser künf­tig Rödby auf der Insel Laaland zum Ab­fahrtshafen wählen, läßt sich, wie Dr. Schelp erklärte, vorerst nicht verwirklichen, weil der Hafen von Rödby ständig versandet und die Kosten für die Baggerarbeiten höher sein würden als der Bau eines neuen Hafen» an günstigerer Stelle.

    Bis zum 1. März sind seit Eröffnung der Route Großenbrode — Gjedser im Mai vergan­genen Jahres mit dem dänischen Fährschiff rund 7000 Personenwagen in beiden Richtun­gen, 400 Lastkraftwagen und 900 Güterwagen befördert worden. Außerdem wurden 34000 Fahrgäste in beiden Richtungen gezahlt. Dr. Schelp wies darauf hin, daß eine vorsichtige Handhabung der Gütertarife und erheblich höhere Frachtsätze notwendig seien, um zu verhindern, daß der größte Teil des Eisenbahngüterverkehrs zwischen Deutschland und Skandinavien auf die Route Großenbrode -- Gjedser. abwandert. Nur so könnte die Zahl der Güterwaggons zugunsten des Autover­kehrs kleiner gehalten werden. Es habe sich gezeigt, daß der Rückstau der Güterwaggons auf der Route über Nyborg nur deshalb so groß ist, weil die Lastkraftwagen den Hauptteil der verfügbaren Ladefläche auf den Fähr­schiffen einnehmen. Die Bundesbahn glaubt, durch ihre Politik auf der Linie über Gro­ßenbrode den Verkehr über Nyborg—Korsör entlasten zu können. (dpa)

  • 13.7.1951 Heiligenhafener Post

    Morgen Eröffnung des Fährbetriebes Großenbrode - Gjedser

    Mit einem feierlichen Akt wird am Sonnabend der Fährbetrieb eröffnet. Um 13 Uhr wird die "Danmark" in Großenbrode eintreffen. Zur Begrüßung der Gäste, die teils in einem Sonderzug aus Richtung Hamburg eintreffen, wird Generaldirektor Dr. Helberg sprechen, Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm, Generaldirektor...

  • 10.2.1953 Heiligenhafener Post

    Vogelfluglinie - ein 100 Jahre alter Plan

    Wieder brachte der Heiligenhafener Winterabend seinen Hörern mit dem Vortrag, für den Rektor i.R. Böttger gewonnen wurde, eine reiche Veranstaltung. Der Sprecher, der sich mit den verschiedenen Projekten der Vogelfluglinie als der geraden Straße Skandinavien - Hamburg befaßte, entwickelte seinen Vortag von dem Küstenstreifen, der sogen. Mahbrüch aus, der heute unseren Bahnhof trägt. Das Hin und Her, das dem Bahnbau Oldenburg - Heiligenhafen voranging, wurde deutlich. Es zeigte u.a. auch die Mühen auf, die schon damals aufgewendet wurden, Fehmarn mit dem Festland zu verbinden - aber auch solche, die sich gegen einen Damm- bezw. Brückenbau im Fehmarn-Sund richteten. Handelskammern und Nautische Vereine wurden um Gutachten ersucht und entschieden sich für die Wünsche Heiligenhafens, das den Grund als Schiffahrtsweg offenzuhalten sich bemühte. Wie sehr diese Wünsche berechtigt waren, zeigt die Zahl der Schiffe, die 1888 den Sund passierten. Es waren 1380, die den gefahrlosen Binnenweg der Außenroute vorzogen.

    Sich endgültig der Vogelfluglinie zuwendend, zeigte Böttger zunächst das im Kröhnkeplan 1864 vorgeschlagene Projekt einer geraden Verbindung Kopenhagen - Hamburg auf, beleuchtete dann die Verkehrslage in Dänemark und kam zu dem Schluß, daß die Verwirklichung der Vogelfluglinie für Dänemark zur Notwendigkeit geworden sei.

    Mit besonderem Interesse verfolgte die Hörer-Gemeinde den Ausführungen des Vortragenden, in denen er sich mit den von Heiligenhafen ausgehenden Bemühungen um eine direkte Verbindung nach dem Norden befaßte. Im Jahre 1911 trat der Bürger- und Verkehrsverein unter Leitung von Dr. Sähn mit einem Vorschlag an maßgebende Stellen heran und im gleichen Jahre erläuterte Heiligenhafens Bürgermeister im Deutsch-Dänischen Komitee den Vorschlag Heiligenhafens: Eine direkte Bahn Oldenburg - Heiligenhafen mit Endung westlich der Stadt in der Gegend des Hohen Ufers oder des westlichen Binnensees, dann Fährfahrt westlich um Fehmarn herum nach Rödby.

  • Offiziell war die Vogelfluglinie von Beginn an Dampffrei
    Allerdings gab es besonders in der Anfangsphase einige Ausnahmen, wie diese Fotos aus dem September 1963 zeigen:
    63 09 51
    63 09 52
    Fotos: Pressemappe DB, Foto Böhlke
  • 6.7.1951 Heiligenhafener Post

    Zum ersten Male: Großenbrode - Gjedser

    Am 14. Juli wird das Fährschiff "Danmark" zu seiner Jungfernreise aus Großenbrode auslaufen. Eine Reihe offizieller Gäste, an ihrer Spitze Bundesverkehrsminister Seebohm, werden an der Fahrt teilnehmen. Am Dienstag, 10. Juli, wird die "Danmark" zu einer Probefahrt in See gehen.

    Anm.: Der Artikel enthält die alte Rechtschreibung.

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