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Heiligenhafener Post

  • 12.5.1953 Heiligenhafener Post

    „Deutschland" in Dienst gestellt

    Jungfernfahrt mit Heuss, Seebohm und 300 geladenen Gästen

    Von unserem Korrespondenten

    Großenbrode. Eine der größten Eisen­bahnfähren Europas, die 4120 BRT große „Deutschland", hat am Sonnabend mit Bun­despräsident Heuss, Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm und 300 geladenen Gästen ihre Jung fernreise von Großenbrode nach Gjedser auf der dänischen Insel Falster gemacht.

    Bei leichtem Regen und böigem Wind warf das 114 Meter lange, 1000 Fahrgäste und zehn D-Zugwagen oder 110 Kraftwagen fassende Schiff kurz nach 13 Uhr die Trossen los, um die neue Gegenverkehrsverbindung herzu­stellen, die Bundespräsident Heuss als einen „wichtigen Beitrag zur Vertiefung der deutsch-dänischen Beziehungen und darüber hinaus zur Völkerverständigung" bezeichnete.

    In seiner kurzen, im Plauderton gehalte­nen Rede vor den Gästen würdigte Heuss die Wiederaufbauarbeiten der Deutschen Bun­desbahn. Er sagte, daß die moderne Tech­nik dazu beitragen müsse, Mißverständnisse zwischen den Völkern aus dem Wege zu räu­men und die Seelen im versöhnlichem Sinne zu beeinflussen. „Die Seeluft kennt keine Staatsgrenzen", meinte er lächelnd.

    Noch kürzer faßte sich Bundesverkehrsmi­nister Dr. Seebohm, als er von der festlich geschmückten Tafel aufstand und sagte: „Man hat mich gebeten, kurz zu Ihnen zu sprechen. Das will ich tun. Ich bitte Sie, mit mir das Glas zu erheben und zu trinken auf das ewige Deutschland." Nach Dr. Seebohm sprach der Generaldirektor der dänischen Staatsbahnen, Tarkelsen, und kündigte an, daß die Dänischen Staatsbahnen im nächsten Jahr eine Art „Schwesterschiff" zur „Deutsch­land" in Betrieb nehmen würden. Diese Fähre solle den Verkehr über den Großen Belt ent­lasten.

    Die Strecke Großenbrode—Gjedser wurde bisher von dem dänischen Fährschiff „Danmark„ allein befahren. Mit dem Ein­satz der „Deutschland" erhöht sich der Fähr­verkehr auf täglich drei Fahrten in jeder Richtung. Die bisher recht mangelhafte Bahn­verbindung zwischen dem Festland und Skandinavien wird dadurch erheblich ver­bessert.

  • 09.06.1954 Heiligenhafener Post

    4 Minenräumer

    ir. Ueber Pfingsten lagen die Minenräumboote USR 130, 131, 135 und 139 im hiesigen Hafen. Sie werden auf der Strecke Großenbrode - Gedser eingesetzt, um einen neuen Weg für die Fährschiffe zu schaffen, der 20 Minuten Fahrzeit ersparen wird.

    Die unter amerikanischer Flagge fahrenden Boote haben deutsche Besatzung.

    http://www.minenjagd.de/minenjagd/1935_1945/kriegsmarine/boote/rboot_130_150/rboot_130_150.php

  • 28.12.1951 Heiligenhafener Post

    (Foto Anzeige: SYLVESTER in Großenbrode Kai)

    Einmalig für die Umgebung sind die dezenten, gemütlichen Räumlichkeiten der

    Bahnhofgaststätte und Strandhotel der Fähre Dänemark

    Festliche Stimmung bei guter Musik

    Anerkannt gute Küche

    Reichhaltige Wein- und Getränkekarte zu zivilen Preisen

    Gepflegte Hotelzimmer - Bettenpreis 4.50 DM

    Tischbestellungen rechtzeitig erbeten Telefon: Großenbrode 22

  • 15.5.1953 Heiligenhafener Post

    Autobahn Lübeck - Großenbrode - Fehmarn in der Planung

    von Karl-Heinz Jonck, Ingenieur GfW.

    Wie wir soeben vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr erfahren, ist die seit langem projektierte Autobahn Lübeck - Großenbrode - Fehmarn in die Planung hineingenommen und mit der Dringlichkeitsstufe 2 deklariert worden. Ebenso die vom Kraftverkehr sehnlichst erwarteten Idealverbindungen nach Süden, die Autobahnen Hamburg - Kassel u. Bremen - Köln. Das ist bereits eine erfreuliche Feststellung, ist es doch so, daß von dem ursprünglich aufgestellten Gesamtnetz von 2125 km (in Betrieb) plus 5800 km (geplant) d.s. also 7925 km - in der heutigen Planung 3625 km gar nicht mehr enthalten sind ! Wasser in diesen Wein ist allerdings die Einschränkung, daß die Strecken der Dringlichkeitsstufen 1 und 2, zunächst nur einbahnig ausgebaut werden sollen.

    Man rechnet aber bereits dabei mit Kosten, die sich pro Kilometer auf rund 1,55 Mill. DM belaufen. Der Bau, der etwa 80 km langen Strecke Lübeck - Fehmarn, wird also fast 125 Millionen DM verschlingen ! Auch über die Bauweise der neuen Autobahn erfuhren wir erste Einzelheiten. Es hat sich gezeigt, daß sich an den Fugen der seit Jahren in Betrieb befindlichen Fahrbahnplatten in neuerer Zeit Stufen bildeten, mit denen man nicht gerechnet hatte. Die Fachleute sind der Meinung, daß dieses Uebel durch die größer gewordenen Fahrzeugzahlen, Achslasten und Geschwindigkeiten hervorgerufen wird. So hat sich gegenüber 1938 z.B. der Bestand an Kraftwagen verdreifacht ! Die Zahl der schweren LKW über 4 to Nutzlast ist seit 1938 sogar auf das Vierfache angewachsen ! Dadurch ist ein Moment aufgetreten, daß früher nicht beachtet wurde: Selbst in bergbaufreien Gebieten mit geologisch gutem, gewachsenen Untergrund verdichtet sich der Boden durch die Rüttelwirkung des Verkehrs hier und dort und sinkt etwas ab. Mit ihm natürlich die Betonfahrplatten. Bei den Neubauten will man darum den Boden vorher mit gewaltigen Rüttelmaschinen verdichten. Es

  • 17.7.1951 Heiligenhafener Post

    Das Tor zum Norden aufgestoßen

    Was  der Berichterstatter sonst noch sah (s. auch Bericht auf Seite 5)

    Klarblauer Himmel - sommerlich warm - Sonnenschein - Just das rechte Wetter für einen Tag, der nicht nur für unseren Kreis von ganz besonderer Bedeutung war, sondern darüber hinaus das Interesse der gesamten europäischen Welt erweckt haben mag: Eröffnung der neuen Schnellverbindung zwischen Westeuropa und Skandinavien, Einweihung der Eisenbahnfähre Großenbrode - Gjedser !

    Seit 11.30 Uhr gleitet ein Kraftwagen nach dem anderen durch unser Städtchen zur Sundchaussee. Ab Lütjenbrode winkt weißbemützte Polizei die Richtung ein. Die Anfahrtstraße über das Flugplatzgelände holt - Teile des einstigen Rollfeldes ausnutzend - weit aus. Überall wehende Fahnen. Die um die Anlegestellen vertäuten und verankerten Wasserfahrzeuge haben über die Toppen geflaggt. - Neben dem Landrat, leitenden Beamten und politischen Persönlichkeiten des Kreises, sind bereits Landesminister Andersen und andere Vertreter der Landesregierung sowie Vertreter der Bundesbahn anwesend. Sie beleben den neu geschaffenen Bahnhof "Großenbrode-Kai", als pünktlich um 12.15 Uhr der von einer girlandengeschmückten Lokomotive gezogene Sonderzug einläuft, der u.a. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm und den Generaldirektor der Bundesbahn, Dr. Helberg, mitbringt. Ein Sudetendeutsches Mädel überreicht dem Bundesminister einen Blumenstrauß. - Bald wird es 11 Uhr sein, der Zeitpunkt, zu dem das Fährschiff mit den  dänischen Gästen erwartet wird. So sammelt man sich an der Fährbrücke. Dicht an der Sperrkette, die von unserem Meister Metzger bedient wird, wartet Bundesminister Dr. Seebohm auf den historischen Augenblick und pünktlich wird auch das Erscheinen der "Danmark" vom Turm des Empfangsgebäudes durch Lautsprecher avisiert. Noch außerhalb der Hafeneinfahrt führt das schmucke Schiff ein Wendemanöver durch, um dann rückwärts einzulaufen. Während als Gruß seine tieftönende Sirene aufheult, antworten alle übrigen der im Hafen liegenden Schiffe. Beim Anlegen, das mit großer Präzision vor sich geht, ertönt aus den Lautsprechern der Marsch "Alte Kameraden". Gebannt sieht alles dem Schauspiel zu, so daß unser Meister Metzger erst durch eine nicht gerade sanfte Aufforderung des Bundesministers dazu veranlaßt werden muß, seines Amtes zu walten, wodurch der Weg zu den nun die Brücke betretenden Gästen freigegeben wird, denen man entgegengeht.

    Nachdem das gemeinsame Mittagessen eingenommen war, begaben sich die deutschen Gäste auf die neu überholte schmucke "Danmark", deren zweckmäßige Einrichtungen und hübsch ausgestatteten Salons auf sie nicht ohne Eindruck blieben, während die dänischen Gäste zunächst noch Gelegenheit nahmen, sich die Anlagen und Einrichtungen an Land anzusehen. Wohl die meisten Deutschen machten von der Möglichkeit Gebrauch, an Bord des Schiffes billig Schokolade und Zigaretten zu erstehen.

    Besonders interessant und reizvoll aber war es, mit den dänischen Teilnehmern ein wenig zu plaudern bei einem Glas Wermut und etwas Gebäck. Während der Unterhaltung eines Heiligenhafener Unternehmers mit Minister Larsen stellte sich heraus, daß dieser über die Lage und Größe unseres Städtchens sehr genau im Bilde war. Dabei stellte er in Aussicht, unser Bad einmal mit seiner Familie besuchen zu wollen.

    Foto: Fährschiff "Danmark" 

    Wasserverdrängung: 3972 tons, Geschwindigkeit 15,5 sm, Aufnahmefähigk.: 16 Eisenbahn-Güterwagen sowie 1000 Passagiere. Länge der Gleisanlagen an Deck: 157 m

  • 10.4.1952 Heiligenhafener Post

    ms. In den letzten Tagen sind aus dem Großenbroder Fährbecken der Seefähre Großenbrode - Gjedser von der Uferbefestigung Teile der Spundmauer herausgerissen und als Schrott verkauft. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, daß das Altmaterial bereits bis nach Eutin gegangen ist.

  • 23.6.1953 Heiligenhafener Post

    Ertrunken

    ist gestern Nachmittag bei der neuen Mole in Großenbrode Kai ein Bundesbahnschaffner aus Hildesheim.

  • 7.9.1951 Heiligenhafener Post

    Fährschiff „Deutschland" wird 1953 eingesetzt

    Internationale Gespräche um die Fähre Großenbrode—Gjedser und den Besucherstrom nach Helsinki

    Großenbrode.Vertreter der Deutschen Bun­desbahn und der nordischen Staatsbahnen haben in Großenbrode (Kreis Oldenburg) die Möglichkeit besprochen, den Fährverkehr zwischen Großenbrode und Gjedser zu er­weitern. Die schwedischen Staatsbahnen wa­ren durch Ihren Generaldirektor Upmark, die dänischen Staatsbahnen durch Generaldirek­tor E. Terkelsen, die norwegischen Staats­bahnen durch Generaldirektor Stekke und Finnland durch Generaldirektor H. ross vertreten. Für die Deutsche Bundesbahn nahmen der Präsident der Eisenbahndirek­tion Hamburg, Dr. Schelp, und Abteilungs­präsident Dr. Herman an der Besprechung teil.

    Die Linie Großenbrode — Gjedser wird nach Ansicht von Präsident Dr. Schelp nur einen Teil des Gästestromes aufnehmen, der im kommenden Jahr zu den Olympischen Spie­len nach Helsinki fährt. Wenn es der Ver­kehr erfordern sollte, wollen die Dänischen Staatsbahnen auf dieser Route im Sommer 1952 noch das Fährschiff „Prins Christian"

    Die   vorgeschlagene   Fährverbindung   Gro ßenbrode—Trelleborg ist nach Auffassung des Generaldirektors der schwedischen Staatsbahnen zu weit und zu unwirtschaft­lich. Die Fahrzeit würde sich gegenüber der bisherigen Verbindung Saßnitz—Trelleborg von zweieinhalb auf etwa fünfeinhalb Stun­den erhöhen.

    Präsident Dr. Schelp teilte mit, daß am 1. Oktober der Güterverkehr auf der Linie Großenbrode — Gjedser aufgenommen wer­den soll. Bisher hätten etwa 3200 Kraftfahr­zeuge die Route benutzt. Rund 12 000 Per­sonen seien mit der „Danmark" gefahren, die bisher als einziges Fährschiff die Ver­bindung in beiden Richtungen herstellt. Am 1. Mai 1953 soll das in Bau befindliche deut­sche Fährschiff, das wahrscheinlich den Na­men „Deutschland" tragen wird, in Betrieb genommen werden und den Fährverkehr über Großenbrode weiter verstärken. Bis dahin ist nach den Äußerungen von Dr. Schelp auch die Strecke Lübeck—Großenbrode soweit ausgebaut, daß sie von den Zügen im 100-Stunden-Kilometer-Tempo befahren werden kann. Die Fahrzeit von Hamburg nach Stock­holm, die jetzt über Großenbrode etwa 24 Stunden beträgt, werde dadurch auf etwa 21 Stunden verkürzt.

  • 27.11.1951

    Fehmarn soll mit dem Festland verbunden werden

    Zwei Kilometer langer Damm geplant — „Vogelfluglinie" auf dem Reißbrett — Wissenschaftliche Vorarbeiten

    Burg auf Fehmarn.Das Projekt der „Vogelfluglinie", einer leistungsfähigen Auto­straße, die Dänemark auf dem kürzesten Wege über die Insel Laaland und Fehmarn mit Mitteleuropa verbinden soll, stand in Lübeck im Mittelpunkt deutsch-dänischer Be­sprechungen. Die Vogelfluglinie soll von Roedby auf Laaland über Puttgarden im Norden der Insel Fehmarn über Großenbrode und Lü­beck nach Hamburg führen und von dort als Autobahn bis nach Basel fortgesetzt werden.

    Diese internationale Durchgangsstraße erfordert zwischen dem Festland und. der Insel Fehmarn den Bau eines gewaltigen Dammes von etwa zwei Kilometer Länge und 25 Meter Kronenbreite, der Bahngeleise und die Auto­straße tragen soll. Die Kosten für dieses Bau­werk über den Fehmarnsund werden auf etwa 14 Millionen Mark geschätzt. Da man sich bei einem so kühnen Projekt auf keine Experimente einlassen kann, beauftragte das Land Schleswig-Holstein  die gewässerkundliche Untersuchungsanstalt beim Wasser- und Schiffahrtsamt   Ostsee  in   Heiligenhafen mit den wissenschaftlichen Vorarbeiten.

    Um die beste Stelle für den Dammbau zu finden, müssen unter anderem die Strömungsverhältnisse an der künftigen Baustelle unter­sucht und geographische und morphologische Forschungen an den Küstenrändern durchge­führt werden. Neue See- und Küstenkarten sind aufzustellen und ihre Eintragungen mit den im Jahre 1875 aufgestellten katasterli­chen Erhebungen zu vergleichen. Geologische und hydrographische Untersuchungen der ge­wässerkundlichen Forschungsanstalt sollen Aufschluß darüber geben, welche Einflüsse und Umstände an bestimmten Küstenab­schnitten im Laufe der Jahrzehnte zu Ab­brüchen und Anlandungen geführt haben.

    Die Wasserbehörden wollen wissen, welche möglichen Folgen der Bau eines Dammes durch den Fehmarnsund haben kann. Man befürchtet beispielsweise, daß die Deiche auf der Insel Fehmarn einem Steigen des Was­serspiegels nicht gewachsen sein könnten. Man will Unterlagen darüber haben, ob unter Umständen die Häfen Orth, Lernkenhafen, Heiligenhafen und Burgstaaken infolge des Dammbaues, versanden, oder  der Dammbau  ihre Versandung beschleunigen  könnte. Berücksichtigt werden muß auch die Möglich­keit, daß die anliegenden Buchten verschlicken.

    Der Bauplan sieht in der Mitte des Dam­mes eine große Schleuse, vor, Um für Schiffe eine Durchfahrtsmöglichkeit zuschaffen. Da beiderseits des Dammes durch den Wind ein verschieden hoher Wasserstand eintreten wird, müssen auch die Strömungsverhältnisse im Fehmarnsund genau ermittelt werden. Die Strömung schwankt augenblicklich zwischen zwei und acht Meter in der Sekunde. Von den genauen Berechnungen des Strömungsvorganges hängt es ab, welchem Druck die Schleuse gewachsen sein muß.

    Die Arbeit der gewässerkundlichen For­schungsanstalt in .Heiligenhafen wird sich über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Jah­ren erstrecken. Bis dahin müssen durch ge­naue Untersuchungen alle Naturkräfte auf See und in Küstennähe genau erfaßt und be­urteilt werden. Erst dann kann man mit dem Bau des Straßen- und Eisenbahndammes über den Fehmarnsund beginnen, der den jahr­zehntealten Plan der „Vogelfluglinie" Wirk­lichkeit werden lassen soll.

  • 18.1.1952 Heiligenhafener Post

    Fehmarn-Fähre und Vogelfluglinie

    Das 1927 im Fehmarnsundverkehr eingesetzte Fährschiff "Fehmarn" ist mit dem 16. Januar nach erfolgtem Umbau und einer längeren Erprobungszeit nunmehr voll in Dienst gestellt worden. Die "Fehmarn", die fast 25 Jahre lang ihren Dienst versah, ohne wesentliche Erneuerungen erfahren zu haben, wurde kürzlich, um dem erheblich angewachsenen Sundverkehr weiterhin Rechnung tragen zu können, auf eine Länge von 53.30 m und eine Breite von 8.23 m gebracht. Die Maschinenanlage von 2 je 250 / 450 PS leistenden Dieselmotoren verleiht dem Schiff eine Stundengeschwindigkeit von 10 sm (18,52 km). Zur Wiederherstellung der Manövrierfähigkeit, die durch den Umbau beeinträchtigt war, erhielt das Schiff einen 41 cm hohen Langkiel und 80 t festen Ballast. Im Gegensatz zu dem Fährschiff "Schleswig-Holstein" hat die Fehmarn nur einseitige Aufbauten und gestattet dadurch eine erheblich bessere Ausnutzung des Decks. Der Fahrgastraum des Schiffes wurde so komfortabel eingerichtet, daß er allen Ansprüchen der Reisenden gerecht wird.

    Bundesbahnpräsident Schelp erwähnte in seiner Ansprache am Mittwoch anläßlich einer Pressefahrt der "Fehmarn" daß durch die Modernisierung des Fährverkehrs und die Aufnahme der Linie Großenbrode - Gjedser das Projekt der Vogelfluglinie keinesfalls in den Hintergrund getreten sei sondern weiterhin vorangetrieben werde. Neben den Plänen, die sich mit einem Brücken- oder Dammbau nach Fehmarn beschäftigen, laufen Beratungen über den Bau eines Tunnels unter dem Fehmarn - Sund, dessen Herstellungskosten kaum höher liegen dürften als die eines Damm- oder Brückenbaues, dessen Unterhaltung jedoch wahrscheinlich billiger sei als die der Überwasserbauten. Der Präsident betonte jedoch, daß über den Tunnelbau bisher nur unverbindliche Besprechnungen stattgefunden hätten.

  • 5.1.1954 Heiligenhafener Post

    Flutkatastrophe an der Ostküste

    Kampf gegen Wassermassen / Polizei im Einsatz

    Von unseren Korrespondenten

    Kiel. Ein aus nordöstlicher Richtung überraschend, heranpeitschendeses Sturmtief hat an den Küsten Deutschlands, Dänemarks, Südostenglands, Belgiens und der Niederlande beträchtliche Schäden angerichtet und die betroffene Küstenbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Unter dem Druck von Schneeböen, die teilweise Spitzengeschwindig­keiten bis zu Windstärke zehn erreichten, wälzten sich die aufgewühlten Fluten der Ost­see in die offenen Buchten, überspülten die Uferstraßen und Kaianlagen, rissen kleinere Schiffe, Dalben und Anlegebrücken los und brachten den Hafenverkehr zum Erliegen.

    In Kiel stand das Wasser fast zwei Meter über normal. In Lübeck wurde das histori­sche Wahrzeichen der Stadt, das alte Holstentor, von der Flut umspült, und die Feu­erwehr mußte mit Schlauchbooten die Be­wohner der vom Wasser eingeschlossenen Häuser in der Hafengegend bergen. Der Bun­desgrenzschutz hat im Katastropheneinsatz ein vom Wasser bedrohtes Flüchtlingslager geräumt und die völlig überschwemmte Strandstraße bei Niendorf mit Sandsäcken abgedämmt. Auch in den bekannten Ostsee­bädern Travemünde, Scharbeutz, Grömitz, Kellenhusen und Dahme errichtete die Ein­wohnerschaft in fiebernder Eile Sandsack­wälle zum Schutz ihrer tiefgelegenen Häu­ser. Aus Laboe am Eingang der Kieler Bucht wurden erhebliche Schäden gemeldet. Die Fährverbindung Großenbrode — Gedser wurde eingestellt.

    Die mit unverminderter Heftigkeit au,s Nordosten heranfegenden eiskalten Winde er­schwerten die Bergungs- und Hilfsaktionen beträchtlich. Das gewaltige Ausmaß des Sach­schadens kann noch nicht übersehen werden.

    Im Gebiet der Sowjetzone sind die Fluten bis zu 1,80 Meter über den normalen Stand gestiegen und haben an verschiedenen Küsten kleinere Deichbrüche verursacht. An einzel­nen Stellen werden Rettungsaktionen mit Booten und Schlauchbooten durchgeführt, um die Bewohner von unter Wasser stehen­den oder eingeschlossenen Häusern zu bergen. Einige Gehöfte irn Küstengebiet und Ortschaftsteile auf der Insel Rügen, die durch die steigenden Fluten bedroht sind, wurden vorbeugend geräumt. Die Insel Hiddensee wurde teilweise von den Fluten überspült, ihre Bewohner sollen sich und ihr Vieh rechtzeitig gerettet haben.

  • 12.5.1953 Heiligenhafener Post

    Großenbrode hilft dem Arbeitsamt

    ir. In den letzten Tagen waren die Augen aller Deutschen nach Großenbrode gelenkt. Unser sonst so stiller Winkel wurde plötzlich zum Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Viel Arbeit und Vorbereitung war dazu nötig, bis alles so weit war. Der Ausbau des Fährhafens wurde in monatelanger Arbeit vorgenommen und wird sich auch nach den vorliegenden bisherigen Aufträgen noch bis Ende des Monats hinziehen.Er hatte auch für Heiligenhafen eine gewaltige Bedeutung. 350 - 400 Arbeiter waren nämlich aus dem Gebiet der Arbeitsamtsnebenstelle Heiligenhafen dabei beschäftigt und helfen auch weiter an der Fertigstellung der Arbeiten mit. So entlastete Großenbrode in starkem Maße den hiesigen Arbeitsmarkt. "So ein gutes Jahr haben wir noch nie gehabt" konnte darum Richard Grapengeter, der Leiter unseres Arbeitsamtes, auch im Rathaus sagen. Es sind z. Zt. nur noch 270 Arbeitslose im Gebiet dieser Nebenstelle vorhanden; eine so niedrige Zahl ist seit Bestehen, d.h. seit 1945, noch nicht erreicht worden. Im vergangenen Jahr waren zur gleichen Zeit noch 907 Personen, 1951 im März 1135 Menschen arbeitslos. Damals gehörte Heiligenhafen zu den Sorgenkindern des Arbeitsamtes Lübeck, denn es war unter den schlechtesten Nebenstellen des Bezirks. Jetzt aber hat es durch die Ankurbelung der Bauwirtschaft - insbesondere in Großenbrode - mächtig aufgeholt.

    Viele Arbeitskräfte in Heiligenhafen, die jetzt in Großenbrode arbeiten, sind für ihre jetzige Tätigkeit nicht vorgesehen, sondern haben andere Berufe erlernt. Für sie ist dieser Einsatz nicht leicht. Jedoch meldeten sich viele, um endlich überhaupt wieder einmal Arbeit zu haben und das Leben ihrer Familien etwas zu verbessern. Man hofft, daß auch, wenn die bisher an die einzelnen Firmen verteilten Aufträge Ende Mai termingemäß fertiggestellt sein werden, sich doch noch weitere Arbeitsmöglichkeiten aus den bisher geschaffenen Anlagen, sei es im Straßenbau oder in anderer Weise, ergeben werden.

    Sehr schöne Dauer-Arbeitsplätze ergab der Gaststättenbetrieb auf dem neuen Fährschiff. 20 junge Menschen aus Heiligenhafen konnten dorthin vermittelt werden; sei es in die Küche, ans Buffett oder als Hausdiener. Dieser Betrieb wird als einer der modernsten und besten, den wir im Bundesgebiet in dieser Art überhaupt haben, bezeichnet, und es ist zu hoffen, daß sich auch unsere Heiligenhafener an Bord der "Deutschland" wohlfühlen werden und zugleich mit dem Schiff und seiner Besatzung für Deutschland werben.

  • 1.9.1953 Heiligenhafener Post

    Großes Richtfest

    ir. Kürzlich wurden 46 Wohnungen der Bundesbahn in Heiligenhafen gerichtet. Es handelte sich um den 2. Bauabschnitt. Bei einer großen Feier im Hotel "Zur Börse", an der 125 Personen teilnahmen, waren auch Vertreter der Bundesbahn, der Baugesellschaft Norden (Hamburg) und Bürgermeister Matz anwesend...

  • 9.10.1951 Heiligenhafener Post

    Heiligenhafen - Hamburg in 2 Stunden 42 Minuten

    Wie die Bundesbahn mitteilt, ist im Winterfahrplan, der im allgemeinen unverändert geblieben ist, auf der Strecke Hamburg - Heiligenhafen - Hamburg eine begrüßenswerte Verbesserung in sofern eingetreten, als das Triebwagenpaar Hamburg - Großenbrode-Kai in Lütjenbrode hält und ein Umsteigen der Fährgäste von und nach Heiligenhafen gestattet. Die Anschlüsse in Lütjenbrode werden durch die fahrplanmäßigen Fehmarnzüge hergestellt. Man kann also fahren: Ab Hamburg 11.26 (an Heiligenhafen 14.06), ab Heiligenhafen 14.25 (an Hamburg 17.07).

  • 11.5.1954 Heiligenhafener Post

    Heiligenhafen, Stadt der Eisenbahner

    ir. Wenn man jetzt durch Heiligenhafen geht und die Neubauten des letzten Jahres betrachtet, so fallen die neuen Häuser der Bundesbahn durch ihre schmucke Bauweise auf. 72 neue Wohnungen konnten bislang von Bediensteten der Bundesbahn bezogen werden. Das sind mehr, als irgend eine Berufsparte sonst in der gleichen Zeit in unserer Stadt für sich einnahm. Nicht einmal die Fischer konnten damit zahlenmäßig konkurrieren. Und noch weitere Bauten der Bundesbahn sind angekündigt. Von den 40 geplanten sollen 26 sofort gebaut werden. Das ist dringend nötig, denn das Haus "Mautgreve" und die Villa "Seeblick", die für den allgemeinen Fremdenverkehr bestimmt sind, mußten schon für Eisenbahner und Angehörige der Paßkontrolle belegt werden, die zum Dienst in Großenbrode berufen wurden und baldmöglichst eine Wohnung in Heiligenhafen erhalten sollen. Durch den Fährverkehr nach Dänemark, durch den internationalen Durchgangsverkehr über Großenbrode, wird Heiligenhafen zur Eisenbahnerstadt.

    Am 17. Januar 1898, als der erste Zug der damaligen Kreiseisenbahn vom Heiligenhafener Bahnhof abfuhr, ahnte noch niemand diese Entwicklung. Mit wenigen Bediensteten konnte der damalige Verkehr abgewickelt werden. Allmählich nahm die Zahl der täglich ein- und auslaufenden Züge zu. Das Eisenbahn-Betriebswerk Heiligenhafen entstand und wuchs. Ueber 100 Bedienstete umfaßt es jetzt mit den Angehörigen der Fehmarn-Sundfähre. Zu diesen 100 Familien kommen rund 50 der zum hiesigen Bahnhof gehörigen ANgestellten, Arbeiter und Beamten dazu. Ferner leben 80 Rentner und Pensionäre am hiesigen Ort. Insgesamt beherbergt Heiligenhafen rund 230 Eisenbahner-Familien.

    Nun kamen aber mit der Eröffnung des Skandinavienverkehrs noch viele neue hinzu. Es begann eine ganz neue Entwicklung. 85 Bedienstete zählt das Fährschiff "Deutschland". Der überwiegende Teil ihrer Familien wohnt in Heiligenhafen. Weitere 80 - 90 Bedienstete aber werden jetzt mit Beginn des Sommerfahrplans (23. Mai) zusätzlich eingesetzt werden. Auch diese Menschen werden in Heiligenhafen eine neue Heimat finden. Sogar ein Teil der 29 Eisenbahner des Bahnhofs Großenbrode wohnt in Heiligenhafen.

    Im Gefolge der Eisenbahner befinden sich auch noch eine stattliche Anzahl anderer Menschen, die auf demselben Wege in Heiligenhafen ansässig wurden oder noch werden wollen. Das sind vor allem die Angehörigen der Wirtschaftsbetriebe des Fährschiffs. Von ihren rund 70 Angestellten wohnen schon viele mit ihren Familien hier. Der Gastronom der "Deutschland" ist bestrebt, durch eine eigens dazu gegründete Baugesellschaft den Wohnungsbau weiter zu beschleunigen. Die ersten Häuser wurden bereits gebaut, und der Chef selbst hat auch ein schönes Plätzchen auf der Ecke Eichholzweg - Wildkoppelweg für sein eigenes Heim gefunden. Außerdem haben sich eine Reihe von Angehörigen des Zollamtes und der Paßkontrollstelle von Großenbrode-Kai in Heiligenhafen niedergelassen. Alles in allem gerechnet kann man sagen, daß zu den 230 Heiligenhafener Eisenbahnerfamilien in absehbarer Zeit noch einmal so viele Hausstände durch den Großenbroder Fährverkehr nach Heiligenhafen kamen. Man wird also in Zukunft nicht nur von Heiligenhafen als Badeort und Stadt der Fischer sondern auch als Stadt der Eisenbahner sprechen dürfen.

    Die neu Hinzugezogenen kamen aus dem ganzen Bundesgebiet, rund ein Drittel jedoch aus dem Raum Hamburg. Das Einleben am fremden Ort war gar nicht so einfach. Die Wohnungen wurden gleich gelobt, darin hatten viele Familien gern getauscht. Die Männer, die auf dem Fährschiff beschäftigt sind, zeigten sich auch von dem neuen sauberen Dienst befriedigt. Aber es gab auch Nachteile. Die neuen Wohnungen liegen recht weit vom Bahnhof. Darum sollen auch die weiteren an der Postlandstraße und nicht mehr im Westen der Stadt gebaut werden. Auch will die Bahn versuchen, einen besseren Zubringerdienst nach Großenbrode hin und her einzurichten. Für die Hamburger machte sich der hiesige niedrige Ortsklassentarif recht unangenehm bemerkbar. Während sie in Hamburg einen Sondertarif bekamen, gab es hier nur den Tarif C, das bedeutet einen mönatlichen Verlust von durchschnittlich 70 bis 80 DM pro Familie. Dabei stellten die Hausfrauen bald fest, daß so manches wie z.B. Obst, Gemüse, sogar Fisch und Textilien in der Großstadt billiger auf den Tisch kam. Die Lebenshaltungskosten waren gestiegen, der Verdienst gefallen. Es ist daher nur zu erklärlich, daß es gerade die Eisenbahner waren, die den von der Stadt vor einiger Zeit weitergeleiteten Antrag auf Tarifklassenerhöhung wünschten. Für die Frauen war wohl überhaupt die Umstellung schwieriger als für ihre Männer. Wer an die Großstadt gewöhnt ist, findet zunächst einmal, daß hier "nichts los" ist. Sehr rühmend wurde bei dieser Frage das neue Kino bewertet, das auch von den Großstädtern gelobt wurde. Nun hofft ja alles auf den Sommer und daß dann bei dem einsetzenden Badebetrieb auch die einstigen Großstadtbewohnerinnen sich in Heiligenhafen einleben werden. Sicher werden das ja die Kinder tun, die nun mit der Freiheit und den Spiel- und Tummelgelegenheiten unseres Ortes einen guten und schönen Tausch gemacht haben. Sehr erfreut zeigten sich die Eltern, daß schulisch ihren Mädchen und Jungen keine Nachteile entstanden, da alle Schulgattungen vorhanden sind.

  • 5.2.1954 Heiligenhafener Post

    Kappenfest der Eisenbahner

    Der Festausschuß der Eisenbahner hat das Kappenfest 1954 auf den 13. Februar festgelegt. Eine erstklassige Tanzkapelle sorgt für Stimmung und Humor. Ueberraschungen sind im Programm vorgesehen. Die Veranstaltung wird als geschlossene Gesellschaft in sämtl. Räumen des Kurhauses durchgeführt.

  • 5.8.1952 Heiligenhafener Post

    Mit der DB ins Blaue

    Wenn die Deutsche Bundesbahn zur Fahrt einlädt, so meint sie es gut mit ihren Fahrgästen. Das "bahnamtliche" läßt sich, so unvermeidlich es sein mag, auch einmal zu Gunsten der guten Stimmung in den Hintergrund schieben. Jedenfalls verstand es die Schiffsführung des Fährschiffes "Schleswig-Holstein", ihren Gästen am Sonntag ein Stück Seefahrt zu bieten, die besonders den Kurgästen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Mit Gästen von Burg a. F. kommend lief die "Schleswig-Holstein" Heiligenhafen an und wandte sich dann ostwärts. Das weite Deck, auf dem sonst schwere Eisenbahnwagen den Sund überqueren, wurde zur Tanzfläche; auch auf den seitlichen Hochdecks, die sonst nur von der Schiffsführung betreten werden dürfen, war der Tanz erlaubt; selbst das "Allerheiligste", die Kommandobrücke, war als Ausguck freigegeben. Angehende Nautiker konnten sogar Einblick in die Seekarten erhalten und sich den Kurs erklären lassen. So ging es in guter Stimmung durch den Fehmarnsund und dann auf der Straße des internationalen Verkehrs nach Süden, wo in der Ferne die Rauchwolken der "Danmark" deren Ausfahrt nach Gedser ankündigten. Auf Sonnenbeglänzter Ostsee schoben sich die Schiffsleiber einander entgegen und begeistertes Winken hinüber und herüber umrahmten das feierliche Zeremoniell des Flaggengrußes. Eine kurze Visite noch im Hafen Großenbrode-Kai, dann ging es wieder nordwärts Fehmarnsund entgegen, wo die Seezeichen bereits von der sinkenden Sonne umglänzt waren. In gehobener Stimmung, zu der auch die Bordrestauration zu ihrem Teil beitrug, stiegen die Gäste in Heiligenhafen wieder an Land. Es ist beabsichtigt, weitere Fahrten dieser Art durchzuführen.

    Foto: So sieht man die "Danmark", wenn sie in Großenbrode-Kai Wagen auf Wagen aufnimmt, um sie nach etwa 3-stündiger Seefahrt auf Laaland wieder abzusetzen.

    (Foto) Mit der DB ins Blaue - Sonderfahrt der Sundfähre

  • 13.7.1951 Heiligenhafener Post

    Morgen Eröffnung des Fährbetriebes Großenbrode - Gjedser

    Mit einem feierlichen Akt wird am Sonnabend der Fährbetrieb eröffnet. Um 13 Uhr wird die "Danmark" in Großenbrode eintreffen. Zur Begrüßung der Gäste, die teils in einem Sonderzug aus Richtung Hamburg eintreffen, wird Generaldirektor Dr. Helberg sprechen, Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm, Generaldirektor...

  • 30.4.1954 Heiligenhafener Post

    Noch 12 Wohnungen

    ir. Nachdem mit dem 1. Bauabschnitt des Wohnungsbaues für das gastronomische Personal des Fährschiffs "Deutschland" begonnen wurde und damit 8 Wohnungen entstehen, soll auch in diesem Sommer mit dem 2. Bauabschnitt, d. h. mit 12 weiteren Wohnungen begonnen werden. Z. Zt. wird die Platzfrage dafür geklärt.

  • 16.07.1954 Heiligenhafener Post

    Polizeistunde bleibt

    ir. Das Polizeipräsidium lehnte den Antrag  Heiligenhafens auf Verlängerung der jetzt festgesetzten Polizeistunde ab. In gleicher Weise wurde bei allen Badeorten verfahren. In der Begründung heißt es, daß es mit Rücksicht auf die ruheliebenden Badegäste geschah. Möglich jedoch sind Einzel-Genehmigungen auf Verlängerung. Davon wurde für 6 hiesige Hotels Gebrauch gemacht. Ihre Polizeistunde reicht bis 2 Uhr nachts, damit sie die Möglichkeit haben, die Gäste der letzten Nachtfähre von Skandinavien abzufertigen.

  • 1974 05 28 Reisezugverkehr zwei drittel eingeschraenkt sw
  • Sansibar - Filmaufnahmen in Heiligenhafen im Mai 1961

     

    1961-05-14_Filmaufnahmen_in_Heiligenhafen-Sansibar

    Zeitungsartikel Heiligenhafener Post vom 14. Mai 1961

  • 4.9.1953 Heiligenhafener Post

    Seinen Verletzungen erlegen

    ist der Maurermeister Ernst Lübke aus Landkirchen/Fehmarn. Er war gestern an dem unbeschrankten Bahnübergang bei Amalienhof gegen eine Lokomotive gefahren.

  • 30.07.1954 Heiligenhafener Post

    Straßenverkehr

    Am Aufschwung des Straßenverkehrs im gesamten Gebiet unserer Bundesrepublik nimmt auch Heiligenhafen Anteil. Zum Durchgangsverkehr nach Fehmarn und zum Verkehr nach anderen nahen und fernen Zielen ist außerdem noch seit Bestehen der Fährverbindung Gjedser - Großenbrode-Kai der nordische Besucherstrom hinzugekommen. Will man diesen Gesamtverkehr in Heiligenhafen beobachten, so wählt man am besten einen Standort, der zu diesem Zwecke besonders geeignet zu sein scheint. Das ist wohl der Fall bei der Straßenkreuzung an der Tankstelle Petersen, wo Bergstr., Schmiedestr., Oldenburger Chaussee und Lütjenburger Weg eine Kreuzung bilden.

    Am Dienstag, dem 27. Juli 1954, fuhren von 15-16 Uhr (also in einer Stunde) über diese Kreuzung 105 PKW´s, 22 LKW´s 4 Omnibusse, 2 Trecker und 11 Motorradfahrer, insgesamt 144 motorisierte Fahrzeuge, also in 10 Minuten 24 Fahrzeuge. Mag auch dieser Nachmittagsstunde der Verkehr im Vergleich zu anderen Tages- und Nachtstunden stark sein, so dürfte man dennoch annehmen, daß der Gesamtverkehr bei Tag und bei Nacht, in 24 Stunden, wenn auch nicht 24 mal 144 = 3 456 Fahrzeuge, so doch wohl mindestens ca. 2 000 Fahrzeuge, über diese Kreuzung rollen läßt. Nur drei mit Pferden bespannte Wagen überquerten die Kreuzung. Das Pferd, der starke Freund des Menschen, der uns besonders in Notzeiten treu geholfen hat, tritt mehr und mehr in den Hintergrund. Dazu belebten in oben genannter Stunde 57 Radfahrer diese Straßenstelle, außerdem 172 Personen, die zu Fuß über die Kreuzung eilten, die dem eiligen Kraftfahrer gleichsam als eine veraltete Form der Fortbewegung und als störendes Hindernis erscheinen. Immerhin dürften wohl ca. 2 000 Fußgänger in 24 Stunden über diese Stelle laufen, also etwa der vierte Teil der Einwohnerschaft Heiligenhafens, außerdem wohl ca. 600 Radfahrer, die allen Grund haben, sich an dieser Kreuzung vorzusehen.

    Legen in Großenbrode-Kai die Fährschiffe "Seutschland" und "Danmark" an, so dauert es nicht lange, bis die nordischen Gäste kolonnenweise Heiligenhafen durchfahren und am Südende der Stadt den Chausseeberg nach Oldenburg hinaneilen, indem man den Vordermann noch zu überholen versucht. Doch auch jene sind unter ihnen zu finden, die keine Eile haben, in Heiligenhafen haltmachen, sowohl bei der Einfahrt nach Westdeutschland als auch bei der Rückkehr in ihre Heimat in unserer Stadt übernachten und ruhig und beschaulich ihres Weges ziehen, nachdem die nordischen Kronen, in Deutsche Mark verwandelt, verausgabt sind. S.

  • 9.3.1951

    Um aktuelle Fragen

    Auf Einladung des Bürger- und Verkehrsvereins sprachen am Dienstagabend Bürgermeister Matz und Bürgervorsteher Jaek vor einem kleinen Kreis, der sich aus führenden Persönlichkeiten des Handels, des Handwerks und des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes zusammensetzte, zu denen sich auch der geschäftsführende Aeltermann der Großen Bürgergilde eingefunden hatte. Es galt vor allem die Frage zu lösen, ob und wie weit die neue Fährverbindung Großenbrode - Gedser das Wirtschaftsleben Heiligenhafen befruchten könne.

    In einem längeren Vortrag sprach Bürgervorsteher Jaek, der in seiner Eigenschaft als Kreispräsident an allen maßgeblichen Besprechungen teilnahm. Es steht fest, so führte er u. a. aus, daß Großenbrode endgültig als Hafen bestimmt und Travemünde fallen gelassen ist. Die beteiligten Eisenbahnen, sowohl in Dänemark wie in Deutschland rechnen mit einer starken Inanspruchnahme des Fährbetriebes auch von Norwegen aus, da vermutlich ein großer Teil des bisher über Warnemünde geleiteten Verkehrs auf die neue Linie abwandern werde. Wenn auch die hiesigen Wirtschaftskreise sehr daran interessiert seien, den Durchgangsverkehr durch unsere Stadt zu leiten, so sei doch nicht damit zu rechnen, daß das auf die Dauer möglich sein werde, da schätzungsweise ein Durchgang von täglich 1000 Personen zu bewältigen sei. Außerdem plane die Bundesbahn die internationale Verkehrsstraße E4 durch eine Straße nach modernsten Gesichtspunkten, die auch dem Güterverkehr über die später zu errichtende Vogelfluglinie gewachsen sein muß. Jede Behelfslösung werde von der Bundesbahn abgelehnt. Für 78 Beamtenfamilien (12 Paßbeamte, 22 Zoll-, 44 Bahnbeamte) müsse Wohnraum geschaffen werden.

    Persönliche Rücksprachen mit maßgeblichen Baufachverständigen konnte Kreispräsident Jaek zu dem Ergebnis führen, daß die Bundesbahn versprach, sich auf die Heranführung von Spezialisten zu beschränken, alle anderen Arbeitskräfte jedoch aus dem Kreise Oldenburg heranzuziehen, so daß mit einer erheblichen Entlastung des Arbeitsmarktes zu rechnen ist.

    Bürgermeister Matz betonte in seinen Ausführungen, daß sich die Stadtverwaltung in jeder Weise bemühe, alle Möglichkeiten zur Einschaltung der hiesigen Wirtschaft auszunutzen. Zunächst sei man auf Raumsuche zur Unterbringung des Baubüros. Haus Strandperle soll zunächst empfohlen werden. Auch Wohnungsbauten hofft der Bürgermeister nach Heiligenhafen zu bekommen, außerdem soll alles darangesetzt werden, wenigstens für die erste Zeit den Verkehr durch unsere Stadt zu leiten und auch später einen Teil des Personenverkehrs durchzuschleusen. Die scharfe Ecke Mühlenstr. - Thulboden soll durch die Verlegung der Fahrbahn im Auslauf Mühlenstraße beseitigt werden. Der Thulboden soll Bürgersteige erhalten...

  • 10.2.1953 Heiligenhafener Post

    Vogelfluglinie - ein 100 Jahre alter Plan

    Wieder brachte der Heiligenhafener Winterabend seinen Hörern mit dem Vortrag, für den Rektor i.R. Böttger gewonnen wurde, eine reiche Veranstaltung. Der Sprecher, der sich mit den verschiedenen Projekten der Vogelfluglinie als der geraden Straße Skandinavien - Hamburg befaßte, entwickelte seinen Vortag von dem Küstenstreifen, der sogen. Mahbrüch aus, der heute unseren Bahnhof trägt. Das Hin und Her, das dem Bahnbau Oldenburg - Heiligenhafen voranging, wurde deutlich. Es zeigte u.a. auch die Mühen auf, die schon damals aufgewendet wurden, Fehmarn mit dem Festland zu verbinden - aber auch solche, die sich gegen einen Damm- bezw. Brückenbau im Fehmarn-Sund richteten. Handelskammern und Nautische Vereine wurden um Gutachten ersucht und entschieden sich für die Wünsche Heiligenhafens, das den Grund als Schiffahrtsweg offenzuhalten sich bemühte. Wie sehr diese Wünsche berechtigt waren, zeigt die Zahl der Schiffe, die 1888 den Sund passierten. Es waren 1380, die den gefahrlosen Binnenweg der Außenroute vorzogen.

    Sich endgültig der Vogelfluglinie zuwendend, zeigte Böttger zunächst das im Kröhnkeplan 1864 vorgeschlagene Projekt einer geraden Verbindung Kopenhagen - Hamburg auf, beleuchtete dann die Verkehrslage in Dänemark und kam zu dem Schluß, daß die Verwirklichung der Vogelfluglinie für Dänemark zur Notwendigkeit geworden sei.

    Mit besonderem Interesse verfolgte die Hörer-Gemeinde den Ausführungen des Vortragenden, in denen er sich mit den von Heiligenhafen ausgehenden Bemühungen um eine direkte Verbindung nach dem Norden befaßte. Im Jahre 1911 trat der Bürger- und Verkehrsverein unter Leitung von Dr. Sähn mit einem Vorschlag an maßgebende Stellen heran und im gleichen Jahre erläuterte Heiligenhafens Bürgermeister im Deutsch-Dänischen Komitee den Vorschlag Heiligenhafens: Eine direkte Bahn Oldenburg - Heiligenhafen mit Endung westlich der Stadt in der Gegend des Hohen Ufers oder des westlichen Binnensees, dann Fährfahrt westlich um Fehmarn herum nach Rödby.

  • 4.8.1953 Heiligenhafener Post

    Werbung auf der "Deutschland"

    ir. Es wurde inzwischen bemängelt, daß unser Bad in Großenbrode nicht genügend Propaganda für sich mache. Dazu wird festgestellt, daß genügend Prospekte von Heiligenhafen auf dem Fährschiff "Deutschland" ausliegen.

  • 6.7.1951 Heiligenhafener Post

    Zum ersten Male: Großenbrode - Gjedser

    Am 14. Juli wird das Fährschiff "Danmark" zu seiner Jungfernreise aus Großenbrode auslaufen. Eine Reihe offizieller Gäste, an ihrer Spitze Bundesverkehrsminister Seebohm, werden an der Fahrt teilnehmen. Am Dienstag, 10. Juli, wird die "Danmark" zu einer Probefahrt in See gehen.

    Anm.: Der Artikel enthält die alte Rechtschreibung.

  • 8.5.1951 Heiligenhafener Post

    Zwei Kurswagen für Heiligenhafen

    be. Sehnsüchtig erwartet, ist nun der Sommerfahrplan der Bundesbahn, der am 20. Mai in Kraft tritt, endgültig festgesetzt worden. Von dem bisherigen Fahrplan weicht er nur in kleineren Verlegungen und Erleichterungen für den Badeverkehr ab. Erweiterungen sind nicht vorgenommen worden. - Eine erhebliche Erleichterung im Badeverkehr bringt der Einsatz zweier  Kurswagen, die von Hamburg nach Heiligenhafen und zurück laufen sollen. In Hamburg fahren die Kurswagen täglich um 6,56 Uhr, Sonnabends und Sonntags um 13,38 Uhr und Werktags außer Sonnabends um 16,44 Uhr ab. Die Ankunft in Heiligenhafen: täglich um 10,30 Uhr, Sonnabends und Sonntags um 17,21 Uhr und Werktags außer Sonnabends um 20,30 Uhr. Von Heiligenhafen fahren die Kurswagen um 5,30 und 13,14 Uhr ab, und erreichen Hamburg um 9,19 und 17,01 Uhr. Sonderzüge, die die Feriengäste in die Bäder bringen sollen, sind vorläufig nur im Rahmen der Unternehmungen der "Ferien-GmbH." Bielefeld, und zwar ab Juni jeden Donnerstag geplant. Ihre Ankunft ist für 16,27 und ihre Abfahrt für 18 Uhr vorgesehen.

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